Short&Sweet: Eisblume
Eisblume ist ein Begriff. Allerdings dürften die wenigsten diese Eisblume kennen, die mir freundlicherweise für unser "Short & Sweet"-Special für einige Fragen zur Verfügung stand. Mehr erzählt die Musikerin nun lieber selbst. Wir wünschen viel Spaß und angenehme Unterhaltung.
Wann klingelt unter der Woche Dein Wecker?
Gar nicht. Viele Jahre habe ich nachts gearbeitet und am Tag geschlafen. Oft habe ich gar nicht mehr geschlafen, sondern weiter gearbeitet. Seit etwa zwei Jahren genieße ich regelmäßige Tagesabläufe. Seitdem brauche ich keinen Wecker mehr.
Was gehört für Dich zum Start in den Tag auf jeden Fall dazu?
Ich brauche morgens irgendein Getränk. Es muss aber warm sein, damit ich ausgeglichen starten kann.
Was gehört bei Dir sonst noch auf den Frühstückstisch?
In letzter Zeit probiere ich alle Arten und Zubereitungen von Brei. Alles begann mit Porridge. Das klingt schön britisch und besser als Haferschleim. Dann hatte ich eine Hirse-Phase und zur Zeit steh ich total auf Buchweizen.
Wie kam es zur Gründung von "Eisblume" und kommt es aktuell zu Namensverwechselungen mit einem anderen gleichen Namens?
Eisblume gründete ich schon 2004. Unter diesem Namen veröffentlichte ich ein independent Album und hatte viele Kooperationen mit verschiedensten Künstlern. Deshalb konnte das Berliner Projekt mir den Namen nicht verbieten.
Ich habe es leider versäumt meinen Namen als Marke schützen zu lassen. Natürlich kommt es zu Verwechslungen. Bisher konnte ich mich nicht zu einer Namensänderung durchringen. Das Leben ist grausam und schrecklich gemein. Oder anders formuliert: Ihr beschissenen Kapitalistenschweine!
Wenn ich eine Farbe wäre, wäre ich ... und warum?
Ich wäre Weiß. Weiß ist eigentlich keine Farbe, aber darum geht es hier ja nicht. Für mich bedeutet Weiß Klarheit und tiefe Mystik zugleich. Schwarze Symbolik ist meiner Meinung nach im Vergleich zu Weiß häufig oberflächlich und pathetisch.
Was für eine Richtung schlägt Deine / Eure Musik ein und ab wann können wir etwas davon hören?
Mein Album trägt den Titel Eisblume. Auf meiner Seite gibt es Weiterleitungen zu Shops. Es ist aber eigentlich überall erhältlich.
Noch in diesem Jahr werde ich ein neues Album veröffentlichen. Ich verfolge typische Elemente meines ersten Albums weiterhin, verwende sie jetzt aber viel eindeutiger. Ich produziere noch immer sehr komplex und gehe absolut kompromisslos vor. Ein Beispiel sind meine monumentalen Chöre, die ich wieder alle selbst arrangiere und einsinge.
Was ist Dein Lieblingstier und wieso?
Katzen sind eigensinnig. Gleichzeitig sind sie Balsam für die Menschen, die mit Katzen leben. Katzen sind insgesamt viel vollendeter als der Mensch und sie sind sehr feinsinnige Tiere. Unerträglich, dass schwarze Katzen im Zuge der Hexenjagd das Fell abgezogen und sie an Leinen hängend ausgepeitscht wurden. Die jämmerlichen Schreie sollten beweisen, dass sie in Wirklichkeit Hexen waren. Bienen und Hummeln finde ich übrigens auch super.
Was ist Dein Lieblingsessen und wo schmeckt es am Besten?
Am liebsten würde ich überall alle Gerichte der Erde einmal getestet haben. Immer wieder entdecke ich neue Speisen, die ich vorher nicht gekannt habe. Besonders gern mag ich z.B. die kreative Vielfalt asiatischer Speisen. Die Kunst der Mischung der verschiedenen Geschmacksrichtungen und das Wissen bezüglich ihrer thermischen Wirkung erfordert in China eine extrem lange Ausbildung.
Welche Legende sollte noch unter den Lebenden weilen um mit Dir zusammen zu arbeiten?
Die Katze meiner Mutter hieß Elvis und ist jetzt auch seit zwei Monaten tot. Ich hatte das einmalige Vergnügen mit ihr arbeiten zu dürfen. Sie hatte eine samtige Stimme und war auch von ihrer Körperfülle her ganz der King in seinen letzten Jahren. Auf meinem nächsten Album wird es einen Song mit dieser Katze geben, die Elvis hieß obwohl sie gar kein Kater war. Trotzdem glaubte ich beim Produzieren ihres Songs insgeheim, dass Sie der reinkarnierte King gewesen sein muß.
Das letzte Mal als ich getanzt habe war ... und zwar zu ... ?
Vorgestern zu Drum'n'Bass.