Hinter eisblume* verbirgt sich die Hamburger Sängerin, Komponistin und Produzentin Christine
Westphal und dieses Projekt sorgt für grosse Aufmerksamkeit. Völlig unbeirrt und weit abseits des
Mainstream hat sie uns mit Ihrem selbstbetitelten Debüt musikalische Schätze mitgebracht, die
den Hörer weitin verträumt avantgardistische Reisen entführt. Wir freuen uns sehr, das sich die
sympathische Künstlerin für das Dark Feather und dessen Leser die Zeit für ein Interview nahm!...
Hallo Christine! Für die, die Dich noch nicht kennen, was „versteckt“ sich hinter der Eisblume,
gibt es da noch weitere Personen?
eisblume* ist ein Solo-Projekt. Bisher gab es keine weiteren Personen.
Dein selbstbetiteltes Album ist dieser Tage gerade am Veröffentlichungsstart.
Glückwunsch dazu! Bist Du zufrieden mit dem Ablauf und dem Stand der Dinge?
Danke! Da ich neue Veröffentlichungen plane, habe ich jetzt
ein eigenes Label gegründet und erstmal mein Debut Album
neu veröffentlicht, bevor ich demnächst eine neue Single
veröffentliche. Eine EP oder ein zweites Album wird es 2009
ebenfalls geben.
Soweit ich weiß, hattest Du bisher kein Label im Rücken,
wie vertreibst Du Deine Musik?
Ich habe mit fremden Labels schlechte Erfahrungen gemacht.
Deshalb setze ich auch hier auf Unabhängikeit und habe
Couvade Records gegründet.
Du bist Sängerin, Komponistin und Produzentin Deiner
Songs. Wie wichtig ist es Dir all diese Dinge in die Hand
zu nehmen?
Es ist mir wichtig, dass ich größtenteils alleine arbeite. Für
zukünftige Veröffentlichungen habe ich mir allerdings
Unterstützung in der Umsetzung gesucht, da sich doch vieles
grundlos in die Länge zieht, wenn ich all meinen Ansprüchen
genügen möchte.
Du komponierst und produzierst außerdem noch Musik für Film und Werbung.
Nimmt die Musik sozusagen als Fulltime-Musikerin Dein ganzes Leben ein?
Ja, das ist ein 25 Stunden Job. Als Noise-Design sind wir mittlerweile vier schwerbeschäftigte Leute.
Deine Songs sind alles andere als Mainstream und überzeugen durch künstlerische und avantgardistische Feinheiten. Ist
Eisblume sozusagen das nötige Gegenpol zu Deinen Film und Werbeproduktionen?
In Eisblume liegt mein Kern und der Grund warum ich überhaupt Musik mache. Deshalb bedeutet mir dieses Musikprojekt so viel.
Noise Design ist ein wohltuender Ausgleich.
Wie lange blüht die Eisblume denn eigentlich schon am Musikhorizont?
Erschaffen habe ich sie schon 2004. Zwischendurch habe ich sie aufgrund all meiner weiteren musikalischen Verpflichtungen
vernachlässigt, aber jetzt steht sie wieder in voller Blüte. Ich habe noch viel mit ihr vor.
Wenn man schon nach Schubladen sucht, könnte man Deine Stücke irgendwo in Sounddimensionen von Tori Amos, Dead
Can Dance und Björk getränkt mit der Melancholie der The Cure einordnen. Sind dies auch alles Künstler
beziehungsweise Bands, die Dich stark beeinflusst haben?
Natürlich liebe ich alle der aufgezählten Künstler und fühle mich auch entsprechend beeinflußt. Viele Leute sprechen mich an und
meinen auch Bands wie Queen oder auch Abba in meinen Stücken zu erkennen. Ich denke, dass ich alles was mir im Leben
begegnet transformiere und manchmal taucht es dann in meiner Musik wieder auf.
Ist Eisblume ein reines Studioprojekt?
Eisblume ist in erster Linie ein Studioprojet. Wenn ich live spiele, geht es weniger um die Art der Darbietung. Es geht mir immer um
die Musik selbst. Ich möchte wieder auftreten sobald mein neues Album da ist.
Was steht denn nun nach der Albumveröffentlichung auf dem Plan?
Demnächst wird dann die Single und im Winter hoffentlich ein weiteres Album veröffentlicht.
Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather:
Wie siehst Du die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Gothic- und artverwandten alternativen Szene(n)?
Seit ein paar Jahren haben die Subkulturen einen neuen Schatz. Die Vorherrschaft der Majors neigt sich anscheinend dem Ende zu
und das Internet birgt neue Chancen. Nur wissen wir häufig noch nicht wie wir diesen Schatz bestmöglich nutzen sollen. Ich hoffe,
dass sich im Underground noch mehr ein Gefühl des Zusammenhalts, der Gemeinsamkeit und Stärke entwickeln wird. Und ich
sehne mich nach mehr kompromissloser, beseelter Musik und entsprechend neuen Formaten z.B. auch im Radio oder Fernsehen.
Welche Vor- und/oder Nachteile siehst Du in großen Webcommunities wie z.B. myspace?
Genau hier liegen Chancen, aber Myspace ist viel zu groß. In der Realität ist Myspace ein Zeitfresser geworden, der nicht das
zurück gibt was sich viele Künstler erhoffen. Majors nutzen Myspace als nicht unwesentliches Werbeportal. Alternative Künstler
können hier jedoch nicht viel erwarten, denke ich. Trotzdem besteht in Einzelfällen sicherlich eine Möglichkeit Kontakte herzustellen.
Was waren bei Dir die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?
Ich könnte einige Anekdoten bezüglich der Dummheit und Geldgier im Musikbusiness erzählen, aber ich möchte die Musik nicht
weiter damit beschmutzen. Kennst Du die drei schönsten Lügen des Musikbusiness?
1.Nice to meet you
2.Das Geld ist unterwegs
3.Ich werde dich anrufen
Oh, ich denke, diese Worte kann so mancheine(r) kommentarlos bestätigen…leider!.. Ich bedanke mich für dieses
Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler!:
Dort wo Sprache endet, beginnt Musik. Sie spricht ihre eigene, magische Sprache. Deshalb gehört sie für mich zu den schönsten
und faszinierendsten Dingen des Lebens.
Ich danke Dir für dieses Interview!